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Plötzlich öffentlich: Das Boutiquen-Projekt

Es hat uns selbst überrascht, wie schnell die Badischen Neuesten Nachrichten unser Projekt aufgreifen, Friedrich Weinbrenners „Boutiquen“ auf dem Karlsruher Marktplatz als temporäres Modell aufzubauen, was ihm selbst nie vergönnt war, was er wiederum stets bedauerte. Heute ist der Artikel „Intimität statt Leere“ des Kulturredaktionsleiters Michael Hübl erschienen, was uns sehr freut und weshalb wir uns beeilen, weitere Informationen nachzuliefern.

Die Idee hatte seit mittlerweile knapp zwei Jahren Form angenommen, inspiriert z. B. durch das Holzmodell von Borrominis Kirche San Carlo, das für einen Sommer im Lago Maggiore schwamm. Zunächst wollten wir natürlich im Hintergrund die Umstände und Chancen ausloten, innerhalb derer das Projekt Wirklichkeit werden könnte. Wir haben viele Gespräche geführt und viel Interesse geerntet, aber auch Widerstände zu spüren bekommen. Letztlich lag das Projekt für Karlsruhes planerische Instanzen wohl doch zu weit ausserhalb ihrer eigenen Vorstellungen vom öffentlichen Raum, die sich dort heute schon abbilden und gerade für den Karlsruher Marktplatz in den laufenden Arbeiten weiter abzeichnen. Vielleicht scheut man auch umso mehr den Vergleich. Nun sollen sich wenigstens alle, die sich dafür interessieren, ein eigenes Bild machen können.

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Friedrich Weinbrenners „Worte und Werke“ veröffentlicht

Seit wenigen Wochen ist ein Buch erhältlich, das unser Bild von Friedrich Weinbrenner grundlegend verändert.

Weinbrenner Worte und Werke EInband

Einband, Vorder- und Rückseite

Denn nach seinem „Architektonischen Lehrbuch“ liegen nun auch seine Aufsätze und Briefe in einer kommentierten Ausgabe vor. Die hier erstmals vollständig zusammengestellten Aufsätze zeigen Weinbrenner als vielseitigen, ernstzunehmenden und ernstgenommenen Autor. Er stellt sein eigenes Werk vor, sowohl „ausgeführte und projectirte Gebäude“ wie auch „Entwürfe und Ergänzungen antiker Gebäude“, aber befasst sich ebenso selbstverständlich mit anderen Themen, die vom Bauen bis in die Naturwissenschaften hinein führen.

Hier wird so deutlich wie nirgends sonst: Weinbrenner war ein gebildetes Mitglied des Geisteslebens und beliebter Gesprächspartner von Zeitgenossen, darunter auch berühmte Namen. Deshalb spiegelt sich dieses Spektrum an Themen noch unmittelbarer und breiter in den Briefen wieder. Sie erschließen die Hintergründe beispielsweise hinter spektakulären Projekten, eigenen Erfindungen oder der ersten Verordnung zum Schutz von Kulturdenkmalen in den deutschen Ländern, die Weinbrenner bereits 1812 aufstellte, also sechs Jahre vor seinem Schüler Georg Moller in Hessen und bislang von der Fachwelt unbemerkt.

Und sie zeigen eine Persönlichkeit, die sensibel sein konnte, aber auch unbeugsam, wenn es darum ging, sein Amt, seine Mitarbeiter und die Sache des Bauens gegen die Bürokratie zu verteidigen. Die Konfrontation mit vorgesetzten Institutionen und Personen scheute er keineswegs. So ist hier im Originalton nachzulesen, wie Weinbrenner sogar die Auflösung seines Bauamtes erfolgreich boykottierte und damit rückgängig machte.

Das Buch ist großzügig mit den dazugehörigen Bildern illustriert. Es ist über den Buchhandel oder über den Triglyph Verlag direkt erhältlich, z. B. per Mail: info@triglyph.de. Weitere Informationen und Bilder auf der Internetseite.

Mitglieder der Friedrich-Weinbrenner-Gesellschaft erhalten einen Nachlass von dreißig Prozent, genauso wie für das „Architektonische Lehrbuch“.

 

FRIEDRICH WEINBRENNER: WORTE UND WERKE

bearbeitet von Ulrich Maximilian Schumann

Friedrich Weinbrenner und die Weinbrenner-Schule; Band 8

416 Seiten, 132 Abbildungen (76 einfarbig, 56 vierfarbig)

Festeinband, 28 x 21 cm

ISBN 978-3-944258-05-8

69 € (D) / 74 € (A) / 89 CHF (CH)

 

Weinbrenner-Zeichnung der Engelsburg aufgefunden

In einer Frankfurter Kunsthandlung wurde jüngst eine lavierte Tuschezeichnung Friedrich Weinbrenners vorgestellt, die bislang unbekannt war. Sie stammt aus dem Nachlass eines seiner Schüler und lässt uns nun auch mit seinen Augen auf die Engelsburg schauen, so wie er sie damals wahrnahm, als er sich fünf Jahre lang in Rom aufhielt. Ulrich Maximilian Schumann von der Friedrich-Weinbrenner-Gesellschaft beschrieb das Blatt für den Verkaufskatalog, versuchte den Standort zu ermitteln und stellte es auch darüberhinaus in seinen Kontext.

Hans Voß und die Weinbrenner-Schule in der Ortenau

Achern ist wie ein Heimspiel, wenn der Historische Verein einlädt. Der Saal immer voll, das Interesse groß und der Empfang herzlich. So auch am Donnerstag abend beim Vortrag von Ulrich Maximilian Schumann über Hans Voß und die Weinbrenner-Schule in der Ortenau. Die Technik machte es dieses Mal zu Beginn spannend,  Abstürze der Powerpoint-Präsentation. Das nächste Mal doch wieder Dias im Leitzprojektor …
Das Publikum zeigte sich nicht beeindruckt. Geduldig und gespannt warteten die Anwesenden und blieben aufmerksam dabei. Gut, es war auch ein Thema mit unmittelbarer Aktualität, steht doch gerade die ehemalige Höhere Bürgerschule in Achern zur Disposition, die von Hans Voß stammen könnte, eventuell von Johann Ludwig Weinbrenner, in jedem Fall von einem Schüler Weinbrenners stammen muss. Aber es ist auch einfach ein spannendes Leben und Werk. Danach noch interessierte Fragen. Eine Doktorarbeit über die Heilanstalt Illenau von Hans Voß entsteht gerade, wir werden das nach Kräften unterstützen.

Eine schöne, interessante Geburtstagsfeier

Das war die Resonanz, die wir nach unserem kleinen Anlass zu Weinbrenners 250. Geburtstag erhielten. Zwanglos hatten wir uns am Donnerstag mit Gästen in der Krypta der Evangelischen Stadtkirche versammelt, wo in einer Nische auch Weinbrenners Sarkophag steht. Und niemand sonst sollte an diesem Tag zu Wort kommen als er selbst. Also las der Vorsitzende der Gesellschaft, Dr. Schumann, aus Weinbrenners Briefen einige der schönsten und bezeichnendsten Stellen vor; mit wenigen Worten machte das Weinbrenner lebendiger, als es jeder Vortrag gekonnt hätte: als einfühlsamer Mensch, als Figur im künstlerischen Netzwerk seiner Zeit und nicht zuletzt als verantwortungsvoller Baubeamter, der vor allem seine Aufgabe und die einfachen Bürger im Auge hatte und sich deshalb mit vielen anlegte, die dem ihre eigenen Interessen entgegenstellten. Was hätte er heute erst zu tun … ?
Dann der Toast – anstoßen mit badischem Sekt, natürlich einem mit einem Weinbrennergebäude auf dem Etikett – und Ausklang bei Gesprächen, wie auf dem Bild zu sehen.
 
Ausklang Geb
 
 

Nächste Veranstaltung am Samstag!

Am 26. November geht es weiter im Geburtstagsprogramm für Friedrich Weinbrenner. Peter Thoma wird um 15 Uhr in der Krypta der Evangelischen Stadtkirche Karlsruhe den davorliegenden Marktplatz präsentieren, wie ihn sich Weinbrenner vorstellte. Als städtebauliches Kunstwerk mit einer harmonischen Ordnung, Varianten und auch mit Bauten, die nie errichtet wurden. Danach laden wir zur gemeinsamen Besichtigung des heutigen Marktplatzes und zur Diskussion ein. Auf Ihr Kommen freuen wir uns.

 

Wohn- und Geschäftshäuser am Marktplatz Karlsruhe_klein

Die ersten 5 Termine als Karte (pdf)

Weinbrenners Jahr I–V

Und das sind die ersten 5 Geburtstagstermine:

DO, 24.11., 15 Uhr: Einläuten des Weinbrenner-Jahres:

»Laudatio, Toast, Vorausschau«

Evangelische Stadtkirche Karlsruhe, Krypta

SA, 26.11.,15 Uhr: »Der Karlsruher Marktplatz«

Peter Thoma, Präsentation und Führung

Evangelische Stadtkirche Karlsruhe, Krypta

SO, 27.11., 12 Uhr:

»Weinbrenner, Hebel und die

Evangelische Stadtkirche«

Franz Littmann + Ulrich Maximilian Schumann

Gespräch und Führung

Evangelische Stadtkirche Karlsruhe, Krypta

MI, 30.11., 19 Uhr:

»Der Kalmück«

Johannes Werner, Lesung

Paul-Gerhardt-Kirche, Karlsruhe-Beiertheim,

Rittersaal

DO, 1.12., 19 Uhr:

»Hans Voss und die Weinbrenner-Schule in der

Ortenau«

Ulrich Maximilian Schumann, Vortrag

Rathaus am Markt, Achern, Bürgersaal

250. Geburtstag. Das wird Weinbrenners Jahr!

Denn der  24. November 2016 wäre sein 250. Geburtstag. Und Friedrich Weinbrenner ist so aktuell wie immer …

… gelernter Zimmermann aus Karlsruhe, der sich selbst zum weltweit geachteten Architekten bildete und in den gelehrten Kreisen seiner Zeit verkehrte, ein äußerst liebenswerter Mensch, der sich von seinen vorgesetzten Behörden nichts gefallen ließ, ein Klassizist, der die Architektur des Mittelalters bewunderte, Künstler und Konstrukteur. Er schrieb das erste Denkmalschutzgesetz in den deutschen Ländern, gründete die erfolgreichste Architekturschule, war badischer Oberbaudirektor und gefragter Fachmann über die Landesgrenzen hinaus, zeitweise Bürger der revolutionären Republik Frankreich, Ehrendoktor der Universität Heidelberg, Ehrenmitglied mehrerer Akademien. Usw. Deshalb feiern wir den Anlaß nicht mit einer einzigen Veranstaltung, sondern mit einem »Weinbrenner-Jahr«, einer Reihe einzelner Anlässe an verschiedenen Orten.

Vorstand wiedergewählt

An der diesjährigen Mitgliederversammlung wurde die Leitung der Friedrich-Weinbrenner-Gesellschaft in ihren Ämtern bestätigt. Als Präsident wurde Dr. Ulrich Maximilian Schumann wiedergewählt, als Schriftführer Dr. Dr. Hans Peter Gruber und als Rechnungsführer Hans Robert Hiegel. Weiter wurde Rückschau über das vergangene Jahr gehalten, und es wurden die laufenden Aktivitäten und aktuellen Themen diskutiert.