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Hans Voß und die Weinbrenner-Schule in der Ortenau

Achern ist wie ein Heimspiel, wenn der Historische Verein einlädt. Der Saal immer voll, das Interesse groß und der Empfang herzlich. So auch am Donnerstag abend beim Vortrag von Ulrich Maximilian Schumann über Hans Voß und die Weinbrenner-Schule in der Ortenau. Die Technik machte es dieses Mal zu Beginn spannend,  Abstürze der Powerpoint-Präsentation. Das nächste Mal doch wieder Dias im Leitzprojektor …
Das Publikum zeigte sich nicht beeindruckt. Geduldig und gespannt warteten die Anwesenden und blieben aufmerksam dabei. Gut, es war auch ein Thema mit unmittelbarer Aktualität, steht doch gerade die ehemalige Höhere Bürgerschule in Achern zur Disposition, die von Hans Voß stammen könnte, eventuell von Johann Ludwig Weinbrenner, in jedem Fall von einem Schüler Weinbrenners stammen muss. Aber es ist auch einfach ein spannendes Leben und Werk. Danach noch interessierte Fragen. Eine Doktorarbeit über die Heilanstalt Illenau von Hans Voß entsteht gerade, wir werden das nach Kräften unterstützen.

Eine schöne, interessante Geburtstagsfeier

Das war die Resonanz, die wir nach unserem kleinen Anlass zu Weinbrenners 250. Geburtstag erhielten. Zwanglos hatten wir uns am Donnerstag mit Gästen in der Krypta der Evangelischen Stadtkirche versammelt, wo in einer Nische auch Weinbrenners Sarkophag steht. Und niemand sonst sollte an diesem Tag zu Wort kommen als er selbst. Also las der Vorsitzende der Gesellschaft, Dr. Schumann, aus Weinbrenners Briefen einige der schönsten und bezeichnendsten Stellen vor; mit wenigen Worten machte das Weinbrenner lebendiger, als es jeder Vortrag gekonnt hätte: als einfühlsamer Mensch, als Figur im künstlerischen Netzwerk seiner Zeit und nicht zuletzt als verantwortungsvoller Baubeamter, der vor allem seine Aufgabe und die einfachen Bürger im Auge hatte und sich deshalb mit vielen anlegte, die dem ihre eigenen Interessen entgegenstellten. Was hätte er heute erst zu tun … ?
Dann der Toast – anstoßen mit badischem Sekt, natürlich einem mit einem Weinbrennergebäude auf dem Etikett – und Ausklang bei Gesprächen, wie auf dem Bild zu sehen.
 
Ausklang Geb
 
 

Nächste Veranstaltung am Samstag!

Am 26. November geht es weiter im Geburtstagsprogramm für Friedrich Weinbrenner. Peter Thoma wird um 15 Uhr in der Krypta der Evangelischen Stadtkirche Karlsruhe den davorliegenden Marktplatz präsentieren, wie ihn sich Weinbrenner vorstellte. Als städtebauliches Kunstwerk mit einer harmonischen Ordnung, Varianten und auch mit Bauten, die nie errichtet wurden. Danach laden wir zur gemeinsamen Besichtigung des heutigen Marktplatzes und zur Diskussion ein. Auf Ihr Kommen freuen wir uns.

 

Wohn- und Geschäftshäuser am Marktplatz Karlsruhe_klein

Die ersten 5 Termine als Karte (pdf)

Weinbrenners Jahr I–V

Und das sind die ersten 5 Geburtstagstermine:

DO, 24.11., 15 Uhr: Einläuten des Weinbrenner-Jahres:

»Laudatio, Toast, Vorausschau«

Evangelische Stadtkirche Karlsruhe, Krypta

SA, 26.11.,15 Uhr: »Der Karlsruher Marktplatz«

Peter Thoma, Präsentation und Führung

Evangelische Stadtkirche Karlsruhe, Krypta

SO, 27.11., 12 Uhr:

»Weinbrenner, Hebel und die

Evangelische Stadtkirche«

Franz Littmann + Ulrich Maximilian Schumann

Gespräch und Führung

Evangelische Stadtkirche Karlsruhe, Krypta

MI, 30.11., 19 Uhr:

»Der Kalmück«

Johannes Werner, Lesung

Paul-Gerhardt-Kirche, Karlsruhe-Beiertheim,

Rittersaal

DO, 1.12., 19 Uhr:

»Hans Voss und die Weinbrenner-Schule in der

Ortenau«

Ulrich Maximilian Schumann, Vortrag

Rathaus am Markt, Achern, Bürgersaal

250. Geburtstag. Das wird Weinbrenners Jahr!

Denn der  24. November 2016 wäre sein 250. Geburtstag. Und Friedrich Weinbrenner ist so aktuell wie immer …

… gelernter Zimmermann aus Karlsruhe, der sich selbst zum weltweit geachteten Architekten bildete und in den gelehrten Kreisen seiner Zeit verkehrte, ein äußerst liebenswerter Mensch, der sich von seinen vorgesetzten Behörden nichts gefallen ließ, ein Klassizist, der die Architektur des Mittelalters bewunderte, Künstler und Konstrukteur. Er schrieb das erste Denkmalschutzgesetz in den deutschen Ländern, gründete die erfolgreichste Architekturschule, war badischer Oberbaudirektor und gefragter Fachmann über die Landesgrenzen hinaus, zeitweise Bürger der revolutionären Republik Frankreich, Ehrendoktor der Universität Heidelberg, Ehrenmitglied mehrerer Akademien. Usw. Deshalb feiern wir den Anlaß nicht mit einer einzigen Veranstaltung, sondern mit einem »Weinbrenner-Jahr«, einer Reihe einzelner Anlässe an verschiedenen Orten.

Vorstand wiedergewählt

An der diesjährigen Mitgliederversammlung wurde die Leitung der Friedrich-Weinbrenner-Gesellschaft in ihren Ämtern bestätigt. Als Präsident wurde Dr. Ulrich Maximilian Schumann wiedergewählt, als Schriftführer Dr. Dr. Hans Peter Gruber und als Rechnungsführer Hans Robert Hiegel. Weiter wurde Rückschau über das vergangene Jahr gehalten, und es wurden die laufenden Aktivitäten und aktuellen Themen diskutiert.

Weinbrenner-Fest in Rotenfels

Zum diesjährigen Tag des offenen Denkmals am 14. September 2016 hat sich Gaggenau nicht nur ein Thema gesetzt, sondern feierte ein Fest und eines, das uns besonders gefreut hat. Denn es war Friedrich Weinbrenner gewidmet und fand den ganzen Sonntag im Schloss Rotenfels und darum herum statt, in der heutigen Landesakademie und im Schlosspark. Verschiedene lokale Akteure bestritten den Hauptteil, die Weinbrenner-Gesellschaft steuerte einen Vortrag ihres Vorsitzenden bei. Auch der Presse hat es gefallen, wie hier nachzulesen ist.

Vortrag über Friedrich Weinbrenner zum Tag des Denkmals in Bad Rotenfels

Der Musikverein Bad Rotenfeld spielt zum Tag es Denkmals 2016

Das Badische Tagblatt vom 13. September 2016

Das Badische Tagblatt vom 13. September 2016

Artikel aus dem Badischen Tagblatt als PDF herunterladen

Die Badischen Neuesten Nachrichten vom 13. September 2016

Die Badischen Neuesten Nachrichten vom 13. September 2016

Artikel aus den Badischen Neuesten Nachrichten als PDF herunterladen

Neue Weinbrenner-Broschüre vorgestellt

„Bauten Friedrich Weinbrenners und seiner Schule in der TechnologieRegion Karlsruhe“ – so heißt die neue 36-seitige Broschüre, die von der TechnologieRegion und dem Kulturamt der Stadt Karlsruhe in Auftrag gegeben wurde. Autor ist Ulrich Maximilian Schumann, Präsident der Friedrich-Weinbrenner-Gesellschaft.

Im Kulturamt Karlsruhe wird die neue Broschüre der Technologieregion vorgestellt.

Das Bild von der Vorstellung der Broschüre in Karlsruhe zeigt von links: Dr. Susanne Asche, Kulturamt Karlsruhe, Dr. Ulrich Maximilian Schumann, Friedrich-Weinbrenner-Gesellschaft, Heidrun Haendle, Kulturamt Gaggenau, Prof. Gerd Hager, TechnologieRegion Karlsruhe
Foto: Fränkle, Stadt Karlsruhe

Sie ersetzt das längst vergriffene Faltblatt, in dem Gottfried Leiber einen Rundgang zu Weinbrenners Bauten in Karlsruhe an die Hand gab, und dehnt zugleich den Raum auf die Region zwischen Bruchsal und Bühl, der Südpfalz und dem Kraichgau aus. Dabei war es erklärtes Ziel, daß die Broschüre immer noch in die Jackentasche passt und überall mit hingenommen werden kann.

Bauten Friedrich Weinbrenners und seiner Schule in der TechnologieRegion Karlsruhe

An den Schwerpunkten seiner Tätigkeit, Karlsruhe und Baden-Baden, konzentriert sich die Zusammenstellung auf gesicherte eigene Entwürfe Weinbrenners und solche, die ihm zugeschrieben werden, in den umliegenden Regionen auf Bauten seiner Schüler und Mitarbeitern. Im Austausch mit Forschern und Interessierten vor Ort konnten auch Zuschreibungen geklärt und überraschende Beobachtungen gemacht werden. So muss Weinbrenners Stil derart attraktiv gewesen sein, dass sich selbst der bayerische Staatsarchitekt Friedrich Samuel Schwarze im pfälzischen Ingenheim an ihm orientierte und nicht etwa an seinem eigenen Landsmann und obersten Vorgesetzten Leo von Klenze.

Peinlichen Imageschaden von Karlsruhe abwenden

Bericht vom Ortstermin am Franz-Rohde-Haus

Nicht nur unter den Anwohnern formiert sich zunehmend Kritik gegen die Neubaupläne der Evangelischen Stadtmission in der Karlsruher Dragonerstraße, auch in Fachkreisen wächst die Sorge um den Verlust des denkmalgeschützten Franz-Rohde-Hauses und die Zerstörung eines weitgehend intakten Ensembles. Gerade erschien hierüber ein langer, für Karlsruhe wenig schmeichelhafter Artikel auf der Internetplattform „Baunetz“, weitere Wortmeldungen sollen folgen.

Ortstermin Franz-Rohde-Haus

Ortstermin Franz-Rohde-Haus

Am Mittwoch trafen sich vor Ort Vertreter der Anwohner, der Architektenkammer, der Kult-Gemeinderatsfraktion und der Friedrich-Weinbrenner-Gesellschaft, um sich gegenseitig über Hintergründe und Ansichten auszutauschen. Rund dreißig Personen kamen zusammen.

Warum sich nun auch die in Karlsruhe beheimatete, aber internationale Weinbrenner-Gesellschaft für das Objekt aus den 1930er Jahren einsetzt, musste ihr Vorsitzender Ulrich Maximilian Schumann gleich zu Beginn erklären. Er schilderte es als anschaulichen Baustein in der Karlsruhe prägenden, bis heute lebendigen Weinbrenner-Tradition. Otto Bartning sei zwar vor allem als Architekt des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit bekannt, am Franz-Rohde-Haus aber trete seine lebenslange Begeisterung für die sachliche Eleganz des badischen Klassizisten offen zutage. Außerdem befürchte man, dass der leichtfertige Umgang mit den Resten der bedeutenden Baugeschichte Karlsruhes weiter einreißen und damit auch die Bauten Weinbrenners noch stärker in ihrer Substanz bedrohen würde, als dies heute bereits der Fall sei.

In der fast zweistündigen Diskussion kamen die verschiedenen Aspekte des Falls zur Sprache – neben den künstlerischen vor allem politische, rechtliche, planerische, sogar theologische. Die Vertreter der Kult-Fraktion beleuchteten aus ihrer Sicht, wie die Zustimmung der Stadt zum Abriss und ihre eigene Entscheidung zustande kamen, im Gemeinderat für einen Grundstückstausch und die Erhaltung des Gebäudes zu werben. Die Architektenschaft steuerte neben wertvollen Hinweisen zum Verfahren insbesondere Alternativen zu radikalem Abriss und Neubau bei. Die Anwesenden, die das Franz-Rohde-Haus von innen kennen, bescheinigten dem knapp achtzig Jahre alten Gebäude einen ansehnlichen und soliden Zustand. Eine Zustimmung zu den Plänen der Evangelischen Stadtmission fand sich an diesem Vormittag nicht. Vielmehr überwog die Meinung, dass den verantwortlichen Seiten die Bedeutung des Gebäudes nicht bewusst gewesen sei, und die Hoffnung, dass sich der Fehler noch ohne politische Schäden korrigieren ließe. Beispielsweise wird die große Otto-Bartning-Ausstellung im kommenden Jahr nach dem Start in Berlin gleich in Karlsruhes „Städtischer Galerie“ gezeigt, und da könne der Abriss dieses bedeutenden Originals hier vor Ort zur medialen Peinlichkeit werden.