(Karlsruher) „Marktplatz der Zukunft“?

Das kann nicht wahr sein – und wird es auch nicht. Denn so wird der angekündigte „Marktplatz der Zukunft“ natürlich nicht aussehen. Das Schaubild ist von einer so dilettantischen Machart, dass es der Wirklichkeit schon auf den ersten Blick nicht entspricht und also auch nicht ernst genommen werden kann.

Die Perspektive ist so miserabel konstruiert, dass die geräumige Platzfolge wie ein langer Korridor erscheint und nahe Objekte, wie die Pyramide, aus dem Blick verschwinden. Und dass die parallelen Linien im vorderen Pflaster in einem unverständlichen Winkel abknicken, als sei ein Hammer von oben darauf heruntergefahren. Und dass die Schatten nach Süden fallen, als ob die Sonne im Norden stünde.

Peinlich. Wie kann man so etwas der Öffentlichkeit präsentieren? Und wie soll man die Planung beurteilen, wenn das Schaubild nicht einmal den Raum annähernd korrekt wiedergibt?

Der größte Fehler aber ist gewollt: Die Gebäude darum herum werden ausgeblendet, als wären sie unwichtig. Ohne Farbe und ohne Material stehen sie da wie Gespenster. So können dann auch die dürren Minifontänen und das beliebige, unruhige Pflaster weniger fade aussehen und sich weniger mit dem Umherstehenden reiben. Und wenn man sie sich ganz wegdenken würde, könnte das ein Alltagsplatz in einem Neubauviertel sein – mit anspruchslosen Holzbänken, Lichtmasten für den Bolzplatz und einer Wasserplantsche für die Kinder. „So soll der zentrale Platz der Stadt in Zukunft aussehen.“ Mehr als ein Fragezeichen wäre nach diesem Satz angebracht gewesen.


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