Weinbrenner-Schule im Kraichgau, 4: Unteröwisheim

Nur zwei Jahre nach denen für Berwangen arbeitete Karl August Schwarz an den Plänen für die evangelische Kreuzkirche von Unteröwisheim (1825–28) – und entwickelte das Muster weiter. Noch auffälliger ist hier, wie sich dasselbe Motiv der hohen Rundbögen rings um alle vier Seiten zieht, auch weil ein umlaufendes Gesimsstück sie zusammenbindet. Eine radikale Absage an das konventionelle Schema von Schaufront, Seitenschifffassaden und Rückseite bzw. Chor, aber auch eine entwaffnende Selbstverständlichkeit. Unterbrochen wird die mathematische Operation an der Vorderseite durch einen Giebel und den Turm, der hier hoch aufragt und in einem spitzen Helm endet. Wieder besitzt jede der vier Seiten einen eigenen, mittigen Eingang; doch hat Schwarz daraus unterschiedliche räumliche Situationen geschaffen. Mit wenigen Änderungen ist also in Unteröwisheim ein nochmals neuer Eindruck entstanden.
Auch das Innere wirkt besonders aufgeräumt. Statt doppelter Säulenreihen übereinander trägt nur eine die Emporen, und dies in klassisch-antiker Erscheinung. Die Emporen wirken flacher und breiter, wie Plattformen. Darauf steht, wie ein Teil der Architektur, noch die Orgel aus der Entstehungszeit, von Wilhelm Overmann aus Heidelberg 1826 gebaut.

      


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