Seine Schriften

Wenn Friedrich Weinbrenner zu Lebzeiten im Autorenverzeichnis „Das Gelehrte Teutschland“ geführt wurde, war dies seinen Schriften zu verdanken, und belegt, daß er auch als wissenschaftlicher Autor ernstgenommen wurde. Mehr noch: Er war Teil eines intellektuellen Netzwerks, dem weitere bedeutende Namen angehörten. So kam es auch, daß die Veröffentlichungen des badischen Oberbaudirektors im Cotta-Verlag erschienen, dem führenden Literaturverlag jener Zeit, und damit neben den Werken Goethes, Schillers und anderer Vertreter von Klassik und Romantik. Mit nicht wenigen von ihnen stand er selbst in Kontakt.

Für ein Verständnis von Weinbrenners Architektur sind seine Schriften fundamental, insbesondere diejenigen über die Säulenordnungen und die Bauaufgabe Theater und natürlich das „Architektonische Lehrbuch“, in dem er am vollständigsten Rechenschaft über seine Vorstellung vom Bauen ablegte. Nach drei Bänden über die Licht- und Schatten- sowie die Perspektivlehre und über die „höhere Baukunst“ und nach einer tiefgreifenden Planänderung blieb das Werk dennoch unfertig. Denn es hätte noch ein vierter Band über die Holz- und Steinkonstruktion folgen sollen.

Die Schriften Weinbrenners (soweit bekannt):

[„Ueber die beweglichen Theater des Kurio“,] S. 326–329, in: Carl Ludwig Fernow, „Die beweglichen Theater des Kurio“, in: Der neue Teutsche Merkur, Jahrgang 1797, Bd. 2., 7. Stück, Juli 1797, S. 307–331.

„Grundriß der Römischen Balineä zwischen Ettlingen und Durlach“, in: Neues Hannöverisches Magazin, 13. Jahrgang, 1803.

„Ueber Ursprung und Zweck der römischen Katakomben“, in: Morgenblatt für gebildete Stände, 1. Jahrgang, 1807, Nro. 198, 19. August 1807, S. 789/790, Nro. 199, 20. August 1807, S. 793/794.

„Architektonische Bemerkungen über die wesentlichsten Theile der Säulenordnungen”, in: Morgenblatt für gebildete Stände, 2. Jahrgang, 1808, Nro. 147, 20. Juni, S. 585/586; Nro. 157, 1. Juli, S. 626/627 + Tafel I. [Paestum]; Nro. 167, 13. Juli, S. 666/667 + Tafel [II.] [Cori]; Nro. 233, 28. September, Tafel III. [Rom] + S. 931; Nro. 265, 4. November, S. 1058 + Tafel IV. [Tivoli]; Nro. 291, 5. Dezember, Tafel V. [Assisi] + S. 1161; Nro. 311, 28. Dezember, S. 1242/1243 + Tafel VI. [Campello].

Ueber die wesentlichen Theile der Säulen-Ordnungen und die jetzige Bauart der Italiäner, Franzosen und Deutschen, Tübingen 1809.

Ueber Theater in architektonischer Hinsicht, mit Beziehung auf Plan und Ausführung des neuen Hoftheaters zu Carlsruhe, Tübingen 1809.

Architektonisches Lehrbuch, Erster Theil „Geometrische Zeichnungslehre, Licht- und Schattenlehre“, Tübingen 1810[/11]; Zweiter Theil „Perspectivische Zeichnungslehre“, Tübingen 1819[–24]; Dritter Theil „Über die höhere Baukunst“, Tübingen 1819[–25].

„Ideen über die Entstehung der Planeten und die Ausbildung der Erde“, in: Morgenblatt für gebildete Stände, 4. Jahrgang, Nro. 241, Montag, 8. Oktober 1810, S. 961–963.

„Ideen über die Ursache der Durchsichtigkeit des Glases und mancher andern Körper, in Beziehung auf eine neue Farben=Theorie“, in: Morgenblatt für gebildete Stände, 5. Jahrgang, Nro. 97, 23. April 1811, S. 385–387, Nro. 98, 24. April 1811, S. 391, Nro. 99, 25. April 1811, S. 394/395.

„Ueber die neuesten Ausgrabungen in dem Colosseum zu Rom“, in: Morgenblatt für gebildete Stände, 7. Jahrgang, 1813, Nro. 114, 13. Mai 1813, S. 453–455 + Tafel, Nro. 115, 14. Mai 1813, S. 457/458, Nro. 116, 15. Mai 1813, S. 462/463.

Bemerkungen des Baumeisters zur Kritik eines Miniatur-Mahlers über einige baukünstlerische Gegenstände, Karlsruhe 1817.

Entwürfe und Ergänzungen antiker Gebäude, I. Pläne des schönen Saals nach der Lobrede Lucians, II. Entwurf von dem Bad des Hippias nach Lucians Beschreibung, III. Restauration des sogenannten altrömischen Bads zu Badenweiler, Karlsruhe und Baden[-Baden] 1822.

Ausgeführte und projectirte Gebäude, Erstes Heft: „Stadt-, Garten- und Land-Gebäude ihrer Hoheit der Frau Markgräfin Christiane Louise von Baden“, Karlsruhe und Baden[-Baden] 1822; Zweites Heft: „Garten-Gebäude ihrer königlichen Hoheit der Frau Markgräfin Amalie zu Baden“, Karlsruhe und Baden[-Baden] 1830; Drittes Heft: „Projectirtes Rath- und Ständehaus und Landstandsgebäude“, Karlsruhe und Baden[-Baden] 1830; Siebentes Heft: „Das Kurgebäude bei Baden und das Hubbad bei Bühl“, Karlsruhe und Baden[-Baden] 1835; Erstes, zweites, drittes und siebentes Heft, Nachdruck Karlsruhe 1978.

Denkwürdigkeiten aus seinem Leben, von ihm selbst geschrieben, herausgegeben und mit einem Anhange begleitet von Dr. Aloys Schreiber, Heidelberg 1829.

Sammlung von Grundplänen, entworfen durch Friedrich Weinbrenner, herausgegeben von mehreren seiner Schüler, Frankfurt am Main 1847, Neuausgabe 1858.

Denkwürdigkeiten aus seinem Leben, von ihm selbst geschrieben, herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Kurt K. Eberlein, Potsdam 1920.

Briefe und Aufsätze, herausgegeben von Arthur Valdenaire, Karlsruhe 1926.

Denkwürdigkeiten, herausgegeben und bearbeitet von Arthur von Schneider, Karlsruhe 1958.


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