Seine Schriften

Wenn Friedrich Weinbrenner zu Lebzeiten in das Autorenlexikon „Das Gelehrte Teutschland“ aufgenommen wurde, war dies seinen Schriften zu verdanken, und belegt, daß er auch als wissenschaftlicher Autor ernstgenommen wurde. Mehr noch: Er war Teil eines intellektuellen Netzwerks, dem weitere bedeutende Namen angehörten. So kam es auch, daß die Veröffentlichungen des badischen Oberbaudirektors im Cotta-Verlag erschienen, dem führenden Literaturverlag jener Zeit, und damit neben den Werken Goethes, Schillers und anderer Vertreter von Klassik und Romantik. Mit nicht wenigen von ihnen stand er selbst in Kontakt.

Für das Verständnis von Weinbrenners Architektur sind seine Schriften fundamental, insbesondere diejenigen über die Säulenordnungen und die Bauaufgabe Theater und natürlich das „Architektonische Lehrbuch“, in dem er am vollständigsten Rechenschaft über seine Vorstellung vom Bauen ablegte. Drei Bände über die Licht- und Schatten- sowie die Perspektivlehre und über die „höhere Baukunst“ erschienen. Nach einer tiefgreifenden Planänderung blieb das Werk unfertig. Denn es hätte noch ein vierter Band über die Holz- und Steinkonstruktion folgen sollen. Die Manuskripte zu diesem haben sich im Cotta-Archiv in Marbach erhalten. Sie sind von Ulrich Maximilian Schumann, Präsident der Friedrich-Weinbrenner-Gesellschaft, in den vergangenen Jahren transkribiert und zusammen mit den dafür vorgesehenen Lehrtafeln in die wissenschaftliche Ausgabe des „Architektonischen Lehrbuchs” aufgenommen worden (siehe unten).

Selbst Artikel aus Weinbrenners Feder über archäologische und sogar nichtarchitektonische Themen in zeitgenössischen Magazinen wurden veröffentlicht, darunter seine „Ideen über die Entstehung der Planeten und die Ausbildung der Erde“ und „Ideen über die Ursache der Durchsichtigkeit des Glases und mancher andern Körper, in Beziehung auf eine neue Farben=Theorie“.

Weinbrenners Schriften, darunter auch die eben erwähnten Manuskripte, weitere unveröffentlichte sowie bislang unbekannte Texte und seine Briefe, sind seit kurzem in der wissenschaftlichen Ausgabe verfügbar, die unter maßgeblicher Beteiligung der Weinbrenner-Gesellschaft entstand. Deshalb kann hier auf die beiden Bände verwiesen werden, wovon der erste das „Architektonische Lehrbuch” und der zweite die übrigen Schriften sowie seine Briefe enthält:

Friedrich Weinbrenner, Architektonisches Lehrbuch, bearbeitet von Ulrich Maximilian Schumann, Friedrich Weinbrenner und die Weinbrenner-Schule Band 7, Bad Saulgau 2015

www.triglyph.de/buecher/friedrich-weinbrenner-architektonisches-lehrbuch/

Friedrich Weinbrenner, Worte und Werkebearbeitet von Ulrich Maximilian Schumann, Friedrich Weinbrenner und die Weinbrenner-Schule Band 8, , Bad Saulgau 2017

http://www.triglyph.de/buecher/friedrich-weinbrenner-worte-und-werke/

Nur Friedrich Weinbrenners Lebenserinnerungen bis zu seiner Rückkehr aus Rom nach Karlsruhe im Jahr 1797, die „Denkwürdigkeiten”, wurden hier nicht aufgenommen, da sie schon mehrfach aufgelegt worden sind:

Denkwürdigkeiten aus seinem Leben, von ihm selbst geschrieben, herausgegeben und mit einem Anhange begleitet von Dr. Aloys Schreiber, Heidelberg 1829.

Denkwürdigkeiten aus seinem Leben, von ihm selbst geschrieben, herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Kurt K. Eberlein, Potsdam 1920.

Denkwürdigkeiten, herausgegeben und bearbeitet von Arthur von Schneider, Karlsruhe 1958.


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